Fahrzeughaus Walsrode GmbH

0157-58246327

Neues Messverfahren bei Euro-6-Dieselmotoren.

Ursprünglich war die Einführung der Partikelmessung bei Euro-6/VI-Dieselfahrzeugen im Rahmen der Abgasuntersuchung für den 1. Januar 2023 geplant. Aufgrund des weitreichenden Fehlens entsprechender Abgastestgeräte in der Branche wurde der Starttermin jedoch verschoben. Nun ist vorgesehen, dass die Partikelzählung als Bestandteil der Abgasuntersuchung ab dem 1. Juli 2023 umgesetzt wird.

Das sind die grundlegenden Änderungen:

Bisher wurde die Trübung des Rauchgases gemessen, das aus dem Auspuff emittiert wird. Ab dem 1. Juli erfolgt bei der periodischen Hauptuntersuchung, oft als TÜV bekannt, eine Zählung der Partikel im Abgas. Diese Neuerung betrifft ausschließlich Euro-6-Diesel-Fahrzeuge; bei älteren Modellen nach den Euro-4- und Euro-5-Normen bleibt es bei der Messung der Rauchgas-Trübung.

Warum wird die Methode zur Messung geändert?

Die Methode der Partikelzählung wird als weitaus aussagekräftiger und fortschrittlicher angesehen. Die Rauchgas-Trübung gibt oft erst dann Hinweise auf Probleme, wenn der Rußpartikelfilter im Abgassystem defekt oder gänzlich ausgefallen ist. Im Kontrast dazu liefert die Partikelzählung, auch als PN-Messung bezeichnet, äußerst präzise Informationen über die Effizienz der Abgasreinigung. Dies ist nicht nur förderlich für die Umwelt, sondern könnte manche Autofahrer auch unangenehm überraschen. In Belgien wird diese innovative Messmethode bereits seit Juli 2022 angewandt und hat erhebliche Probleme mit der Abgasreinigung aufgedeckt. Mehr als zwei Prozent der getesteten Euro-6-Diesel-Fahrzeuge überschritten die zulässigen Grenzwerte, obwohl die Onboard-Diagnose keine Störungen anzeigte. Der deutsche Partikelgrenzwert liegt bei 300.000 Partikeln pro cm3 Abgas, während in Belgien das Vierfache erlaubt ist.

Deutschlands Autofahrer können, den Erfahrungen in Belgien nach, also genauso gespannt sein, wie die ausführenden Werkstätten. Ob ihre Fahrzeuge problemlos den TÜV bestehen, wird sich zeigen. Für den Großteil dürfte es trotzdem keine größeren Konsequenzen geben.